Die Pestsäule: Ein Symbol der Hoffnung im Herzen Wiens
Die Pestsäule auf dem Wiener Graben erinnert an das Ende der Großen Pest von 1679. Errichtet auf ein Gelübde Kaiser Leopolds I. hin, steht dieses Barockdenkmal für die Kraft Wiens in einer verheerenden Zeit. Ursprünglich als einfache Holz-Andachtssäule begonnen, entwickelte es sich über Jahre des Umbaus zu einem theatralischen Hochbarock-Ensemble. Mehrere bedeutende Künstler trugen zur Gestaltung bei, darunter Matthias Rauchmiller und Johann Bernhard Fischer von Erlach.

An der Spitze thront die Heilige Dreifaltigkeit; darunter steigt eine Wolkenpyramide mit Engeln und Putten empor. Im unteren Bereich besiegt eine Allegorie des Glaubens die Pest, und Leopold I. kniet betend daneben. Die Pestsäule dient als religiöses Monument und politisches Statement zugleich und unterstreicht Leopolds Rolle als von Gott erwählter Herrscher.
Während der COVID-19-Pandemie wurde die Pestsäule zum informellen Ort für kleine Gesten des Gedenkens und der Solidarität. Wiener:innen stellten Kerzen am Fuß der Säule auf und machten sie zu einem stillen Mahnmal für die Betroffenen. Menschen legten Kerzen, Kinderzeichnungen und Gebetszettel mit Botschaften der Hoffnung und des Gedenkens nieder.
Die Pestsäule, ohnehin ein Symbol des Überlebens nach einer vergangenen Seuche, wurde zum Anlaufpunkt für alle, die ihre Gefühle in einer beispiellosen Zeit zum Ausdruck bringen wollten.





































































































