Die Geschichte des Palais Kinsky
Das Palais Kinsky zählt zu den herausragenden Beispielen hochbarocker Architektur in Wien. Entworfen um 1713 von Johann Lucas von Hildebrandt, einem der bedeutendsten österreichischen Architekten seiner Zeit, wurde es von Graf Wirich Philipp von Daun in Auftrag gegeben - einem habsburgischen Militärkommandanten, der seinen Rang und sein Ansehen in Stein verewigen wollte. Die Fassade mit ihren harmonischen Proportionen und Pastelltönen verkörpert die raffinierte Eleganz des Wiener Barock. Die Innenräume sollten Höflinge und Würdenträger mit ihrer prachtvollen Ausstattung beeindrucken.
1784 ging das Palais an die Fürstenfamilie Kinsky aus Böhmen über - eines der wohlhabendsten und einflussreichsten Adelsgeschlechter im Habsburgerreich. Die Kinskys pflegten das Gebäude über Generationen. Mit der Zeit entwickelte sich das Palais zu einem Treffpunkt für Künstler, Intellektuelle und Mitglieder des kaiserlichen Hofs.

Im 20. Jahrhundert erlebte das Palais Kinsky turbulente Zeiten: Beschlagnahmung während des NS-Regimes, Rückgabe nach dem Krieg. In den 1990er-Jahren wurde es schließlich restauriert - unter Wahrung der architektonischen Substanz, aber angepasst an moderne Nutzung. Heute beherbergt es das Auktionshaus im Kinsky, das international für hochkarätige Versteigerungen klassischer und zeitgenössischer Kunst bekannt ist.
Was das Palais Kinsky heute so reizvoll macht, ist seine doppelte Identität: historisches Bauwerk und lebendiger Ort für Kunst und Kultur. Es befindet sich nach wie vor in Privatbesitz, öffnet aber bei ausgewählten Veranstaltungen seine Türen - ein seltenes Privileg. Wer schöne Architektur und durchdachte Inszenierung schätzt, findet hier einen Geheimtipp, der ein authentisches, elegantes Stück von Wiens vielschichtiger Geschichte zeigt.


























































































































