Die Geschichte des Wiener Rathauses
Das Wiener Rathaus entstand zwischen 1872 und 1883 nach den Plänen des Architekten Friedrich von Schmidt. Es ersetzte das alte Rathaus in der Inneren Stadt, das für die wachsende Bevölkerung zu klein geworden war. Von Schmidts neogotischer Entwurf orientierte sich an flämischen Rathäusern des Mittelalters - Spitzbögen, feine Turmspitzen und die aufragende Silhouette vermitteln Bürgerstolz und Repräsentationswillen.
Eines der bekanntesten Details ist der Rathausmann, eine Ritterfigur auf der Spitze des Mittelturms. Mit rund 3,4 Metern Höhe wurde der Rathausmann 1882 von den Wiener Schlossermeistern gestiftet und ist seither eines der beliebtesten Wahrzeichen der Stadt.

Auch innen beeindruckt das Rathaus. Der Festsaal ist ein prächtiger Raum für Konzerte, Bälle und offizielle Empfänge - mit Vergoldungen und aufwendigen Kronleuchtern. Sehenswert sind außerdem die Sitzungssäle, der Empfangsraum und die Treppenhäuser, die die politische und künstlerische Bedeutung des Gebäudes widerspiegeln.
Seit dem späten 19. Jahrhundert ist das Rathaus neben seiner Verwaltungsfunktion auch kultureller Mittelpunkt. Der Rathausplatz vor dem Gebäude ist Schauplatz einiger der beliebtesten Events der Stadt: vom Christkindlmarkt über Open-Air-Kino im Sommer bis zum Wiener Eistraum im Winter, der den Platz in eine weitläufige Eisbahn mit märchenhafter Beleuchtung verwandelt. Im Sommer findet hier das Film Festival statt - mit Leinwand, Live-Vorführungen und Essensständen aus aller Welt.
Das Rathaus ist auch Sitz der Wiener Stadtverwaltung und des Gemeinderats. Trotz seiner offiziellen Funktion bleibt es ein offener Ort für alle - und gibt einen guten Einblick in Wiens Geschichte und Stadtkultur.

























































































































